Businessfotos und Mitarbeiterfotos, aber wie genau?

Welche ist die richtige Art von

Businessfotos und Mitarbeiterfotos?

Oft werde ich nach Businessfotos und Mitarbeiterfotos gefragt. Ich solle doch bitte mal ein Angebot schreiben. Dabei ist aber meistens dem Kunden gar nicht genau klar in welchem Stil er die Bilder haben will.

Gibt es da überhaupt richtig oder falsch?

Lässt sich das pauschal sagen?

Oder ist das etwas das für jedes Unternehmen individuell entschieden werden sollte?

Und was für Stile gibt es da überhaupt? Wie aufwendig soll die Bildbearbeitung sein? Und in welchem Stil soll die durchgeführt werden?

So viele fragen die geklärt werden müssen. Daher ist es wichtig, zu überlegen wofür die Bilder gerbaucht werden.

Kommen wir zur ersten Frage die sich stellt. „In welchem Stil soll fotografiert werden?“ Das lässt natürlich die Frage zu, „welche Stile es gibt und wo liegen die Vor- und Nachteile?“

Eine der modernsten Arten und die ich auch am meisten empfehle ist vor weiß, bzw. als Freisteller. Hierzu wird ein weißer Hintergrund, entweder als Papierhintergrund oder als weißer Stoff an ein Hintergrundsystem aufgehängt, dieser mit Blitzköpfen ausgeleuchtet und anschließend die Person/Personen davor fotografiert.

Später in der Bildbearbeitung wird das weiß im Hintergrund, das oftmals nicht ganz weiß nachbearbeitet, damit es komplett weiß ist.Zu dem weiß, das meist gar nicht weiß ist, gibt es hier einen gute Artikel. http://www.reliefschummerung.de/rs_wissen_grauwerte.html

So kann es aussehen, ein Businessfoto vor weiß mit Firmenlogo
So kann es aussehen, ein Businessfoto vor weiß mit Firmenlogo

Warum vor weiß? Ist das nicht langweilig?

Vor weiß sind auf jeden Fall nicht die Bilder wo der Betrachter umgehauen wird, das stimmt sicherlich. Allerdings muss es auch nicht langweilig sein wenn es gut gemacht ist. Es ist eher eine moderne Bildart die sehr gut in die heutigen Homepages und sozialen Netzwerke eingebaut werden kann. Dadurch das der Hintergrund ein reines weiß ist, gibt es nicht diese hässlichen grauen Verläufe im und um das Bild herum, sondern die abgebildete Person ist auf der Internetseite richtig gut eingebracht.

Es müssen auch nicht unbedingt Portraits sein, sondern manchmal passt ein Halbkörper viel besser.
Es müssen auch nicht unbedingt Portraits sein, sondern manchmal passt ein Halbkörper, wie hier bei Stefan Köster E-Consulting aus Hamburg viel besser.

 

Egal ob großen Firmen mit vielen Mitarbeitern oder kleineren oder auch Solo-Selbständigen. Vor weiß ist immer eine sinnvolle Art zu fotografieren. Die Bilder wirken sehr clean und lassen sich auf Homepage, in Sozialen Netzwerken wie Xing, LinkedIn, Facebook und Co gut einbauen. Auch für Werbeanzeigen in Zeitschriften oder Flyern sowie auf Google in der Suche lassen sich damit sehr schöne Darstellungsmöglichkeiten erstellen.

Heißt das jetzt vor weiß ist das Beste und alles andere ist Mist?

Sicher nicht, auch wenn es auf jeden Fall schon veraltete Fotostile gibt die leider immer noch praktiziert werden. Dabei denke ich an die Bilder mit einem grauen Hintergrund, Hochformat mit angeschnittenen Schultern, die aber trotzdem fast bis zum Bauch gehen. Ich hatte gerade eine Anfrage wo ich genau in diesem Stil neue Mitarbeiter in einem Unternehmen fotografieren sollte. Dazu noch orangene Farbeffekte auf Krawatte oder Halstuch, da orange die Firmenfarbe ist. Dies habe ich abgelehnt und dann lieber vorgeschlagen komplett neu zu fotografieren und das ganze modern zu gestalten und nicht im Look der 80er.

Was gibt es denn noch für Hintergründe?

Neben Bildern vor weiß gibt es noch viele andere Bildstile, die frisch und modern aussehen. Beispielsweise verschiedene einfarbige Hintergründe, mit und ohne Verlauf, die Dank einer interessanten Ausleuchtung das Bild und die darauf abgebildete Person interessant machen können.

Auch kann der Hintergrund komplett entfernt und durch einen Hintergrundbild ersetzt werden. Hier gibt es zum einen die Möglichkeit schon bestehende Hintergründe zu nutzen die wir aus Räumlichkeiten kennen. Beispielsweise den Hintergrund eines Fensters mit unscharfem Blick nach draußen. Bei einer großen Firma mit mehreren Niederlassungen habe ich gerade ein Bild der Konzernzentrale als Hintergrund genommen, dass auf einer Leinwand hinter den fotografierten stand. So können ohne Reisekosten alle Mitarbeiter vor dem gleichen Hintergrund der Bezug zur Konzernzentrale hat fotografiert werden.

Die Geschäftsfüher eines Unternehmens, dass mit Kaffee-Bohnen handelt.
Die Geschäftsfüher eines Unternehmens, dass mit Kaffee-Bohnen handelt mit passendem Hintergrund.

Oder auch in Hintergrund in den Räumlichkeiten. Hier eignen sich Flure, Büroräume, Treppen, alles wo ein interessanter Hintergrund ist, der durch die unschärfe gut verschwimmen kann.

Businessfotos in den Räumlichkeiten des Unternehmens haben einen Wiedererkennungswert beim Kunden.
Businessfotos in den Räumlichkeiten des Unternehmens haben einen Wiedererkennungswert beim Kunden.

 

GuteUnternehmensfotos-Leistungen_3 Das Logo im Hintergrund kann auch wirken, hier habe ich für eine Presseagentur bei der SPD im Bundestag fotografiert
Das Logo im Hintergrund kann auch wirken, hier habe ich für eine Presseagentur bei der SPD im Bundestag fotografiert

Hintergründe die am Computer erstellt werden

Digitale Hintergründe, die besonders für Menschen aus sehr spezifischen Bereichen wie IT, Medizin oder ähnlichem passen.

Auch ist es möglich bei einem passendem Logo, dieses als Hintergrund einzufügen. Das haben wir beispielsweise bei dem Unternehmen New Horizons gemacht, die Schulungen und Seminare zur Erwachsenenbildung anbieten. Hier wurde von einem grünen Hintergrund fotografiert, da grün sich gut freistellen lässt. Anschließend haben wir einen digitalen Hintergrund eingefügt der das Logo von New Horizons beinhaltet hat.

Ein digitaler Hintergrund wurde eingefügt. Dieser passt gut in den IT Bereich.
Ein digitaler Hintergrund wurde eingefügt. Dieser passt gut in den IT Bereich.

Der Hintergrund wurde gefunden, was dann?

Bevor das Fotoshooting startet muss noch das Outfit gewählt werden. Bei Businessfotos wo ich mehr Zeit habe empfehle ich immer zwei oder drei Outfits dabei zu haben. Gemeinsam kann dann geschaut werden was gut passt und mehrere Outfits bringen auch Abwechslung in die Bilder, um später je nach Verwendungszweck das passende Bild auswählen zu können.

Oftmals ist wenig Zeit beim Fotoshooting. Gerade bei Mitarbeiterfotos mit vielen Teilnehmern bleiben meist nur zehn bis fünfzehn Minuten pro Person. Da haben wir es in der Vergangenheit oft so gemacht, dass wir bei Männern die Krawatten tragen auch mal eines ohne diese fotografiert haben. Grundsätzlich ist das Outfit davon abhängig was die betreffende Person beruflich macht. Es darf nicht zu nobel oder hochnäsig, aber auch nicht zu plump aussehen. Es soll ja die Sympathie des Betrachters erwecken. Wovon aus technischen Gründen abzuraten ist, das sind kleine Feine Streifen oder Quadrate.

Wann fotografiert werden sollte.

Zeitlich gesehen macht es Sinn Männer mit einem starken Bartwuchs zuerst zu fotografieren. Wer von sich weiß, dass sie oder er morgens noch eine ganze weile braucht um wach zu werden, sollte nicht unbedingt um acht Uhr den Fototermin erwischen. Auch einmal vorher das Gesicht waschen ist grundsätzlich nicht verkehrt. Dann aber bei Männern die eine sehr fettige Haut haben und viel schwitzen gerne mit Seife. Ich habe dieses Problem selbst und wenn ich mal vor der Kamera steh muss die Stirn und die Geheimratsecken immer ordentlich ab gepudert werden. Idealerweise ist dafür eine Visagistin mit vor Ort beim Fotoshooting. Falls nicht, etwas farbloses Puder und ein Pinsel gehören beim Fotografen mit in die Tasche.

Das Set und Outfit steht, es kann losgehen

Bei Mitarbeiterfotos sollte neben der Ausleuchtung auch der Ausschnitt und die Haltung stimmen. Für den Fotografen ist es immer wichtig nicht von zu weit unten zu fotografieren. Am besten gar nicht von unten, sondern mindestens aus der gleichen Höhe, oder etwas von oben. Das vermeidet ein Doppelkinn und verhindert einen bösen Blick von oben nach unten. Ein kleiner Tritt der beim Fotoshooting mit dabei ist kann da gut helfen. Ich selbst bin 1,90m, naja abends eher 1,87m und habe immer einen Tritt oder eine Kiste dabei, auf die ich mich selten aber doch ab und zu mal stellen muss.

Lachend oder ernst?

Auch hier gibt es sicher kein richtig oder falsch. Allerdings überlegen wir mal was wir mit den Bildern wollen und das ist ja meistens Sympathie und Kompetenz vermitteln. Daher empfehle ich doch ein deutliches Lachen. Meistens kommt es so, dass wir das Gefühl haben wenn wir vor der Kamera lachen dass es unseriös aussieht. Das es viel zu viel lachen ist. Allerdings die Bilder die den Betrachter richtig ansprechen die haben meistens ein ordentliches Lachen, das gleich Vertrauen ausstrahlt.

Lachend oder ernst? Meist wirkt ein deutlches lachen doch viel symphatischer und vertrauenserweckender.
Lachend oder ernst? Meist wirkt ein deutliches lachen doch viel symphatischer und vertrauenserweckender.

Eine gute Mischung ist sicher beides. Oft ist es auch eine gute Möglichkeit beim Fotoshooting mit einem ernsten Blick anzufangen, anschließend gehts mit einem leichten Lächeln weiter bis zu einem starken lächeln. So kann der Unterschied der verschiedenen Mimiken am besten erkannt und das das beste Bild ausgewählt werden.

Quer- oder Hochformate?

Auch hier wieder die Frage, wofür sind die Bilder? Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Portraits im Hochformat kaum noch fotografiert werden. Dies hat den Hintergrund dass ein Großteil von Businessfotos und Mitarbeiterfotos für das Internet gedacht sind. Sei es die Homepage, Xing, Google oder andere Plattformen, Portale oder Netzwerke. Da Hochformatige Portraits keine Schulter haben, (es sei sie gehen bis zum Bauch und das sind dann ja keine richtigen Portraits mehr), sehen sie ungewohnt aus auf digitalen Geräten da diese Größtenteils im Querformat sind. Außerdem sind wir es ja auch nicht gewohnt Menschen zu sehen wo die Schultern fehlen. Der einzige Vorteil von Hochformaten ist dass sie auf Handys, die ja meist hochkant gehalten werden schön formatfüllend sind. Aber auch Querformate sehen da ja nicht schlecht aus.

Nach links, rechts oder ganz frontal gedreht?

Wenn wir uns soziale Netzwerke wie Facebook oder Xing ansehen, dann ist das Profilbild auf der linken Seite. Wenn die Person dann in die andere Richtung gedreht ist, wirkt es so als ob sie von ihrem eigenen Profil weggedreht ist. Daher, sollte beim Fotografieren auf jeden Fall ein Querformat dabei sein wo die Person nach links gedreht ist. Natürlich können die Fotos auch ganz frontal aufgenommen werden. Allerdings macht ein leicht eingedrehter Oberkörper eine dynamischere Figur und wirkt daher meistens besser.

Wer macht die Bildauswahl?

Es werden ja immer mehr Bilder fotografiert als ausgearbeitet werden. Wer die Bilder auswählt muss natürlich auch geklärt werden. Gerade bei Mitarbeiterfotos gibt es ja oft auch Vorgaben von den Posen die eingehalten werden sollen. Es bring ja nichts, wenn der Auftraggeber von seinen Mitarbeitern einheitliche Bilder haben möchte wo alle auf die eine Seite schauen und aber dann ein Mitarbeiter nur Bilder ausgewählt hat, die ihn in die andere Richtung zeigen. Bei großen Mitarbeiterfotoshootings mit vielen Teilnehmern bietet es sich an eine Assistentin oder einen Assistenten für die Bildauswahl dabei zu haben. Hier kann gleich noch beraten werden und die Vorgaben vom Auftraggeber werden auch beachtet.

IM Idealfall kann eine Assistentin oder ein Assistent direkt die Bildauswahl mit der fotografierten Person durchführen
Im Idealfall kann eine Assistentin oder ein Assistent direkt die Bildauswahl mit der fotografierten Person durchführen

Bei Businessfotos von einer einzelnen Person ist das meist alles noch etwas leichter. Da ist dann mehr Zeit und die Bilder können dann direkt mit dem Fotografen oder später in einer Online Galerie ausgewählt werden.

Bitte einmal Jünger machen, Photoshop macht´s möglich

Natürlich können viele Sachen in Photoshop retuschiert werden. Ob dies aber immer Sinn macht ist eine andere Fragen. Wer vierzig ist kann aussehen wie zwanzig. Ist es allerdings erstrebenswert, wenn der potentielle Geschäftspartner dann denkt es ist ein Elternteil zum Geschäftstermin gekommen? Außerdem ist ja oft die berufliche Erfahrung auch an das Lebensalter geknüpft. Ich verfahre oder beauftrage bei der Bildbearbeitung so, dass alles was nicht immer an der Person zu finden ist retuschiert wird. Also Pickel, Glanz, starke Hautunreinheiten all so etwas kann meiner Meinung nach mit Photoshop entfernt werden. Was Falten oder Narben angeht, hier finde ich dass es ja zur Person dazu gehört und daher nur etwas abgemildert werden sollte.

Im großen und ganzen ist es wichtig die Person nicht zu verunstalten. Es bringt nichts nach der Retusche eine ganz andere Person vor sich zu haben als ursprünglich vor der Kamera.

Noch Fragen, Kritik oder Anregungen?

Dann gerne an Kontakt@GuteUnternehmensfotos.de

Mit Besten Grüßen

Jan-Timo Schaube